Implantierte RFID-Chips sind doch reine Science-Fiction…
Lief gestern über den heise-ticker: US-Ärztevereinigung empfiehlt implantierbare RFID-Chips.
Wie macht man den Menschen die Überwachung schmackhaft?
Zunächst einmal über die Sicherheitsschiene. Lasst Euch einen Chip einpflanzen und alles wird viel sicherer.
Dann hatten wir ja noch die Bequemlichkeitsschiene. Ermögliche den Eintritt zu einem Club, gib ein paar Goodies dazu und die Leute lassen sich reihenweise einen RFID-Chip unter die Haut schieben.
Die dritte Schiene sind emotionale Themen: medizinische Notfälle, Vermeidung von Ärztefehlern, etc.
RFID tags may promote the timely identification of patients and expedite access to their medical information. As a result, these devices can improve the continuity and coordination of care with resulting reduction in adverse drug events and other medical errors. (Quelle AMA. Achtung Word-Doc)
Die Ärzte stehen der Sache jedoch (zum Glück) kritisch gegenüber:
However, if objective evidence demonstrates negative consequences that outweigh the benefits in relation to health care, the medical profession will bear an important responsibility to oppose the use of RFID labeling in humans. (Quelle: gleiches Dokument)
Ein implantierter Chip hätte den Vorteil, dass man sein medizinischen Daten immer am Mensch hat. Im Notfall - man ist zum Beispiel bewusstlos - kann ein Arzt dann alle Daten auslesen. Gegenüber der berühmten eGK hat der Chip den Vorteil, dass nicht die Karte meines Sohnes, welche ich gerade zufällig bei mir trage, mit meiner verwechselt werden kann.
Wenn aber jeder Arzt an die Daten kommen können muss, benötigt man einen Generalschlüssel (also spezielle Geräte - es muss ja ohne mein Zutun funktionieren!). Damit ist ja aber einer Überwachung Tür und Tor geöffnet - ein Gerät im Krankenhaus gestohlen und schon kann der Dieb die Gesundheitsdaten seiner Nachbarn auslesen.
Wie gut, dass ich Angst vor Nadeln hab…
